Kein Nachwuchsmangel: 14 neue Ruprechte begrüßt

Aus “Die Glocke” von 07.12.2022

Freckenhorst (bjo). Nachwuchsmangel ist kein Problem beim Freckenhorster Nikolaus-Collegium. Gleich 14 Ruprechte waren am 5. Dezember erstmals unterwegs, um die Kinder in den Freckenhorster Familien zu besuchen. „Es ist beruhigend, wenn sich so viele junge Menschen bereiterklären, diesen Weg mitzugehen“, dankte Primas Richard Poppenborg den Neueinsteigern am Nikolausabend im Stiftshof Dühlmann.
Leonard Berneis, Leo Brunsmann, Nikolas Fabisch, Max Feldmann, Julian Hartmann, Thomas Helmer, Merle Kahlert, Moritz Kahlert, Henning Nilles, Marvin Stakenkötter, Simon Stakenkötter, Eva Strübbe, Andrea Teeke und Arne Uhkötter erhielten aus den Händen von Obermuff Rainer Poppenborg den Ruprecht-Anstecker als äußeres Zeichen ihrer neuen Funktion im Nikolaus-Wesen der Stiftsstadt.
Daneben konnte der Primas einige Beförderungen vornehmen. Matthias Kalthöner, Andreas Uhkötter und Jascha Stammkötter waren in diesem Jahr erstmals als Nikolaus unterwegs und tragen ab sofort den Titel Nikolaus-Weihbischof. Stammkötter übrigens mit der Ergänzung „mit besonderer Aufgabe“, denn der Nikolaus-Neuling wurde gleichzeitig zum Konsistorialsekretär berufen. Neuer Nikolaus-Weihbischof mit besonderer Aufgabe ist auch Jörg Kahlert, der sich federführend um den Nikolaus-Stand beim Freckenhorster Herbst kümmert.
Zum Nikolaus-Bischof beförderte Primas Richard Poppenborg Markus Kesse, den Titel des Nikolaus-Erzbischofs trägt ab sofort Marc Brunsmann. „Ehre, wem Ehre gebührt“, dankte der Primas allen Beförderten für ihr Engagement im Nikolaus-Collegium und damit zum Wohle der Freckenhorster Kinder.
607 Kinder im Alter zwischen zwei und acht Jahren standen am Montag auf den Besuchszetteln der 37 Nikolaus-Gespanne. Nicht alle Familien hatte der Nikolaus antreffen können, manchmal waren die Kinder krank. „In solchen Fällen geben wir die Nikolaus-Tüte ab oder stellen sie vor die Tür“, macht Primas Poppenborg deutlich. Als alle Nikolause, Ruprechte und Helfer trotz des Schneefalls wohlbehalten in den Stiftshof zurückgekehrt waren, begann der gemütliche Teil des Nikolaus-Abends mit dem traditionellen Gulasch zur Stärkung, aber auch mit Beförderungen und Gesprächen über die Erlebnisse des Tages.

Obermuff Rainer Poppenborg (2. v. l.) hieß 14 neue Ruprechte im Nikolaus-Collegium willkommen. Fotos: Baumjohann
Nikolaus-Weihbischof mit besonderer Aufgabe: Jörg Kahlert.
Neue Nikolaus-Weihbischöfe: (v. l.) Matthias Kalthöner, Andreas Uhkötter und Jascha Stammkötter sowie Primas Richard Poppenborg.

Viele neue helfende Hände

Aus “Westfälische Nachrichten” 07.12.2022

Von Andreas Engbert
FRECKENHORST. 37 Nikolaus-Gespanne waren am Montagabend in Freckenhorst unter-wegs, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen. Beim gemeinsamen Abendessen ließen sie den Abend Revue passieren und freuten sich über zahlreiche Neuzugänge.
Den Abschluss des Niko-lausabends im 75. Jahr des Nikolaus-Collegiums am Montag bildete das gemein-

»Es ist beruhigend, wenn ausreichend junge Menschen sich bereit erklären, diesen Weg mitzuge-
hen.«
Primas Richard Poppenborg

same Abendessen aller Niko-läuse, Ruprechte und sonstigen Helfer im Stiftshof Dühl-mann.
Nachdem die
festlichen Gewänder angesichts des überraschenden Schneefalls am Vorabend des Nikolausfestes zum Trocknen aufgehängt waren, stimmten alle das traditionsreiche Ni-kolauslied an. „Das hat schon gefehlt in den zwei Jahren”, merkte Primas Richard Pop-penborg daraufhin an.
Gleichzeitig war dem strahlenden Chef des Nikolauswe-sens der Stiftsstadt die Freude und Erleichterung über den gelungenen Wiedereinstieg in die Nikolausbesuche nach der Coronapause anzusehen.
Viele der 37 Nikolaus-Ge-spanne waren vergleichsweise früh zurück von ihrer Tour.
„Einige Kinder waren krank und manche Familien nicht zu Hause”, hatte Poppenborg festgestellt, dass sich der Ni-kolausabend wieder etablieren müsse.
An helfenden Händen mangelte es nicht: „Es ist beruhigend, wenn ausreichend junge Menschen sich bereit erklären, diesen Weg mitzu-gehen”, freute sich der Primas über gleich 14 neue Ruprech-te: Marvin Stakenkötter, Thomas Helmer, Henning Nilles, Arne Uhkötter, Simon Stakenkötter, Leonard Berneis, Nikolas Fabisch, Merle Kah-lert, Julian Hartmann, Eva Strübbe, Moritz Kahlert, Andrea Teeke, Leo Brunsmann und Max Feldmann.
Erstmals als Nikolaus unterwegs waren Matthias Kalthöner, Andreas Uhkötter und Jascha Stammkötter.
Aus seinen Erfahrungen berichtete Matthias Kalthöner, der in seiner „Diözese” gleich mehrere Familien in Uber-gangswohnungen für Flüchtlinge besuchte: „Kinderaugen geben da ganz viel zurück”, zeigte sich der Neu-Nikolaus begeistert von den – trotz einiger Sprachschwierigkeitensehr bewegenden Besuchen in den Familien.
Die drei neuen Nikoläuse wurden nach dem Brauch des Collegiums zu Weihbischöfen befördert. Für seine Tätigkeit als Kosistorial-Sekretär wurde Jascha Stammkötter zudem zum Weihbischof mit besonderen Aufgaben ernannt.
Die Zusatzbezeichnung
„mit besonderen Aufgaben” wurde auch Jörg Kahlert verliehen, der als Verantwortlicher für den Freckenhorster Herbst tätig ist. Aufgrund ihrer langjährigen Tätigkeit als Nikolaus beförderte Primas Richard Poppenborg die Nikoläuse Markus Kesse zum Bischof und Marc Brunsmann zum Erzbischof.

Für ihr mehrjähriges Engagement als Nikoläuse wurden Marc Brunsmann zum Erzbischof und Markus Kesse zum Bischof befördert.
Jörg Kahlert erhielt eine besondere Auszeichung.

Nikolaus zu Besuch im Wäldchen

Aus “Westfälische Nachrichten” 07.12.2022

„Lasst uns froh und munter sein und uns recht von Herzen freu’ n . .. denn bald ist Nikolausabend da!” Das Weihnachtswäldchen hat der Nikolaus an seinem Namenstag seit vielen Jahren auf der Liste seiner Be-suchsstationen. Und so war er auch am Dienstag in Warendorf zu Gast, um Kinder zu bescheren. Der Niko-laus, gespielt von Martin Decker, reiste mit seinem Begleiter Knecht Ruprecht in einer Kutsche vom Nordrhein-Westfälischen Land-gestüt, gezogen von imposanten Kaltblütern,
auf
dem Kirchplatz St. Lauren-tius an. Eine Fanfarengrup-pe der Schule für Musik kündigte die Ankunft an.
Vor dem Kirchenportal warteten bereits zahlreiche Kinder auf die Ankunft des Heiligen Mannes. Sie trugen Gedichte vor oder sangen Lieder. Zur Belohnung gab es für jedes Kind Hefe-sternchen.
Foto: Joachim Edler

Persönliche Begegnung mit dem Heiligen Mann

Aus “Die Glocke” 06.12.2022

Freckenhorst (bjo). Einmal „Hallo“ sagen in das Mikrofon, das der Nikolaus in seinen Händen hält: Dieser Wunsch ging gestern Nachmittag für zahlreiche Kinder in der Freckenhorster Stiftskirche in Erfüllung. Nach zweijähriger Corona-Zwangspause fand wieder ein Nikolaus-Empfang in der Stiftsstadt statt. Dennoch war nicht alles wie immer.
Aufgrund des Schneefalls nämlich hatte die Kutschfahrt, die Nikolaus und Ruprecht nach dem Empfang durch die Nachbargemeinschaften Klüngelend und Spillenbaum geführt hätte, abgesagt werden müssen. Und auch der Nikolausempfang selbst konnte nicht am traditionellen Ort auf dem Kirchplatz vor der von Boeselagerschen Kurie stattfinden, sondern war wegen des Schnees in die Stiftskirche verlegt worden.
Dort allerdings warteten zahlreiche Kinder mit ihren Eltern in den Bänken, um den Nikolaus und seinen Freund und Gehilfen Knecht Ruprecht in der Stiftsstadt begrüßen zu können. Beim Gang durch die Kirche nahm sich der Nikolaus, in dessen Gewand Uli Pöhler steckte, viel Zeit dafür, die Hände der Kinder zu schütteln, die sehnsüchtig auf ihn gewartet hatten. Und auch Ruprecht Rainer Poppenborg wurde in der Kirche freundlich begrüßt. Anders als in den Vorjahren hatte der Ruprecht kein pechschwarzes Gesicht mehr – lediglich etwas Ruß zierte das Antlitz des Nikolaus-Helfers.
„Ich freue mich, dass wir uns in der schönen Stiftskirche treffen können“, versicherte der Nikolaus den kleinen Gästen, nachdem er den Weg in den Altarraum zurückgelegt hatte. „Lange Zeit konnten Knecht Ruprecht und ich Euch nicht mehr begrüßen und besuchen.“ Über den Besuch des Nikolauses in Freckenhorst freute sich auch Warendorfs stellvertretende Bürgermeisterin Doris Kaiser. „Bei dem Wetter wird der Nikolaus-Schlitten ganz besonders gut fahren und der Nikolaus schnell bei Euch in den Familien sein können“, versicherte sie den Kindern und versäumte es nicht, dem Nikolaus-Collegium zum 75-jährigen Bestehen zu gratulieren. Die Nikolaus-Besuche in den Freckenhorster Familien seien eine ganz wunderbare Tradition, so Kaiser.
Musikalisch umrahmt wurde der Nikolausempfang in der Stiftskirche von Musikern des Berittenen Fanfarenzugs Freckenhorst.

Persönliche Begrüßung durch den Nikolaus: Für die Kinder war es eine ganz besondere Begegnung, als ihnen der heilige Mann die Hand schüttelte.
Musikalisch umrahmt wurde der Nikolaus-Empfang von Mitgliedern des Berittenen Fanfarenzugs Freckenhorst. Fotos: Baumjohann
In der Stiftskirche begrüßten Nikolaus (Uli Pöhler) und Ruprecht (Rainer Poppenborg) die zahlreichen Kinder mit ihren Eltern.

Kutschfahrt fällt aus

Nikolaus freut sich über viele Kinder

Aus “Westfälische Nachrichten” 06.12.2022

Nachdem die Kinder in Freckenhorst zwei Jahre auf den Nikolaus verzichten mussten, war die Wiedersehensfreude am Montag umso größer. Aufgrund des Schneefalls ging es in die Stiftskirche, und die war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kutschfahrt fiel aus. „Ich freue mich, dass ich Euch wiedersehen darf“, sagte der Nikolaus. „Es ist ein glücklicher Zufall, dass in diesem Jahr das Nikolaus-Collegium sein 75-jähriges Bestehen feiert.“ Er dankte Knecht Ruprecht und den fleißigen Helfern der Nachbargemeinschaften und versprach: „Auch in diesem Jahr ist eine besondere Überraschung in den Tüten.“ Der berittene Fanfarenzug sorgte für den musikalischen Rahmen.Foto: Ulrich Lieber

Exklusive Erinnerung an den Nikolausabend
Bilderbuch in der Geschenktüte

Rüdiger Braun vom Nikolaus-Collegium und Illustratorin Anne Mußenbrock präsentieren die Motive des Büchleins. (Andreas Engbert)

Von Andreas Engbert

FRECKENHORST Nicht nur Naschwerk war in den Geschenktüten zu finden, die der heilige Nikolaus am Montag in Freckenhorst den Kindern überreichte. In Form eines kleinen Bilderbuches hatten die Mitglieder des Nikolaus-Collegiums auch eine bunte und bleibende Erinnerung an den Nikolausabend im Gepäck.

Und die ist ziemlich exklusiv. Denn das Buch ist nicht etwa „von der Stange“, sondern speziell zum Nikolausfest in der Stiftsstadt entstanden. „Eine Chronik hatten wir schon zum 60. Jubiläum“, erläutert Nikolaus Rüdiger Braun die Überlegung, zu diesem Jubiläum vor allem etwas für die Kinder zu machen. So entstand die Idee, ein kleines Büchlein aufzulegen: „Wir wollten den Nikolaus-Abend darstellen.“

Hilfe fand das Collegium dabei bei der Freckenhorster Illustratorin Anne Mußenbrock, die sich sofort bereit erklärt hat, die sechs Motive mit typischen Szenen des Nikolausabends anzufertigen. Ganz klassisch mit feinen Pinseln und Farbe und vor allem mit viel Liebe zum Detail sind so Bilder entstanden, in denen es reichlich zu entdecken gibt. „Auf jedem Bild ist möglichst etwas von Freckenhorst drauf“, sagt die Künstlerin. Und es ist wirklich nicht zu übersehen, dass die Motive den Nikolausabend in der Stiftsstadt zeigen.

Aber auch reichlich Details, die vielleicht nicht beim ersten Hinsehen auffallen. So schaut der Pfarrer gemeinsam mit äußerst niedlichen Kirchenmäusen aus der Stiftskirche dem Empfang des heiligen Mannes auf dem Kirchplatz zu, auch die Kutschfahrt vor der Skyline des Stiftsmarktes ist unverkennbar in Freckenhorst. Und auch die Pielepogge darf nicht fehlen. Sie versteckt sich unauffällig auf jeder der Seiten.

Beim Motiv des Besuchs in den Familien hat Anne Mußenbrock eigene Erfahrungen mit eingebaut: „Da war immer eine Mandarine mit in der Tüte“, denkt sie an ihre eigene Kindheit zurück. Den Besuch des heiligen Mannes bei ihren eigenen Kindern hat sie auch stets genossen, davon ist eine besondere Anekdote in Erinnerung geblieben. Den himmlischen Besucher plagte ein allzu irdisches Bedürfnis: „Die Toilette war ziemlich klein, und er musste mit dem ganzen Werk auf die Toilette, da haben meine Kinder lange von erzählt“, lacht sie über eine Szene, die es aber nicht in die erste Auflage des Nikolausbüchleins geschafft hat.

In einer Auflage von 2000 Stück ist das kleine Büchlein zunächst gedruckt worden. Es wird auch auf dem Freckenhorster Weihnachtsmarkt zu erstehen sein.

Festlicher Empfang zum 75-jährigen

Aus “Die Glocke” 05.12.2022

Freckenhorst (bjo). Mit einem festlichen Hochamt in der Stiftskirche und dem anschließenden Empfang im Stiftshof Dühlmann hat das Nikolaus-Collegium der Stiftsstadt Freckenhorst gestern sein 75-jähriges Bestehen gefeiert. Heinrich Tenhumberg, damals Vikar in Freckenhorst, hatte mit der Gründung des Collegiums das „Nikolaus-Unwesen“ in der Stiftsstadt in geordnete Bahnen lenken wollen.
Das ist ihm zweifelsfrei gelungen, denn Keilereien, wie sie vor 75 Jahren an der Tagesordnung gewesen seien, wenn sich unterschiedliche Nikolaus-Gruppen begegneten, gibt es seit Collegiums-Gründung nicht mehr. „Ganz gleich, welche Fehler er später begangen hat, hat er in Freckenhorst den Mut bewiesen, etwas zu verändern, Missstände zu erkennen und abzustellen“, blickte Primas Richard Poppenborg im Stiftshof-Saal zurück.
Zu den Gratulanten gehörte am Sonntag unter anderem Bürgermeister Peter Horstmann. „Das Herz klopfte bis zum Hals, wenn der Nikolaus vor der Tür stand“, kann sich der Freckenhorster noch gut an die Nikolaus-Besuche in der eigenen Jugend erinnern. Und auch Pia Sternberg, die das Collegium heute beim Schminken unterstützt bekennt: „Ich war immer nervös, was der Nikolaus zu sagen hat.“ Für Nikolause und Ruprechte seien „die strahlenden Augen der Kinder, aber auch der Eltern und Großeltern“ immer Höhepunkte: „Es sind fantastische Momente, wenn man da steht und für so viel Freude am Nikolaustag sorgen kann.“
Dafür dankten nicht nur Bürgermeister Peter Horstmann und Pfarrdechant Manfred Krampe, sondern auch Gustave Batiebo als Pfarrer der Partnergemeinde St. Etienne (Burkina Faso) allen, die rund um das Nikolaus-Collegium zu einem gelungenen Nikolaustag in Freckenhorst beitragen.
Ein „Nikolaus-Unwesen“ habe es auch in Hauzenberg gegeben, wusste Otto Obermeier von der dortigen Nikolaus-Gilde in seinem Grußwort zu berichten. Seit 2009 sind beide Vereine freundschaftlich verbunden. Einblicke in das Nikolauswesen in Niederbayern gab es in der im Stiftshof aufgebauten Ausstellung ebenso zu sehen wie zahlreiche Dokumente aus der Collegiums-Geschichte.
Im Festgottesdienst, den die Formation BFF Brass musikalisch mitgestaltete, begegneten sich Weihnachtsmann (Stefan Altefrohne) und Nikolaus (August Weiser). Im Gespräch der beiden wurden die Unterschiede zwischen Kommerzfigur und dem Kern des Festes deutlich: „Weihnachten ohne Jesus Christus ist ein fauler Zauber“, gab der heilige Nikolaus dem Weihnachtsmann mit auf den Weg.

Die Fahne des Nikolaus-Collegiums trug Thomas Pues in die Stiftskirche. Fotos: Baumjohann
Unvermutete Begegnung im Festgottesdienst: der Weihnachtsmann (Stefan Altefrohne) traf auf den Nikolaus (August Weiser).
Primas Richard Poppenborg erinnerte an die Anfänge des Collegiums.
Grüße von der befreundeten Nikolaus-Gilde Hauzenberg überbrachte Otto Obermeier.

Nikolaus kommt mit Kutsche

Aus “Die Glocke” 05.12.2022

Warendorf (gl). Am morgigen Dienstag reist der Nikolaus mit seinem Begleiter Knecht Ruprecht in einer Kutsche vom Nordrhein-Westfälischen Landgestüt an. Nach einer Rundfahrt durch die Stadt kommt das prächtige Gespann, gezogen von imposanten Kaltblütern, um 16.30 Uhr auf dem besonders hergerichteten Kirchplatz St. Laurentius an. Die Fanfare einer Bläsergruppe von der Schule für Musik des Kreises Warendorf schallt ihm erwartungsvoll entgegen. Der Heilige Mann freut sich über Kinder, die etwas gebastelt haben oder auch ein Gedicht vortragen. Auch ein gemeinsames Lied darf nicht fehlen. Für alle Kinder hat er auch eine kleine Überraschung im Gepäck.

Am Dienstag kommt der Nikolaus in die Altstadt.

Festakt zum 75-jährigen Bestehen des Collegiums

Nikolaus trifft Weihnachtsmann

Aus “Westfälische Nachrichten” 05.12.2022

Vertreter aller Nachbargemeinschaften, die die Nikolause am Nikolausabend begleiten, überreichten ein Geschenk an Nikolaus-Primas Richard Poppenborg.

Von Andreas Engbert

FRECKENHORST Treffen sich ein Nikolaus und ein Weihnachtsmann. Was wie der Beginn eines klassischen Witzes aussieht, kann auch eine Predigt sein. Mit einem festlichen Gottesdienst in der Freckenhorster Stiftskirche und einem daran anschließenden, kurzweiligem Festakt im Saal des Stiftshofes Dühlmann feierte das Nikolaus-Collegium der Stifts-Stadt Freckenhorst am Sonntag sein 75. Bestehen.

Stefan Altefrohne schlüpfte im Gottesdienst in die für ihn ungewohnte Rolle des Weihnachtsmanns und August Weiser in die Rolle des Nikolauses, den das Collegium seit 75 Jahren darstellt. „Unsere Freude ist eine Freude, die den Augenblick überdauert“, entgegnete der Heilige dem Weihnachtsmann, als dieser auf seine Weihnachtsgeschenke zu sprechen kam.

„Jedes Mal, wenn es so Richtung 5.12. geht, merkt man eigentlich, wie viele Leute damit beschäftigt sind, damit Kinder in den Familien besucht werden“, dankte Nikolaus-Primas Richard Poppenborg im Rahmen des Festaktes im Stiftshof allen, die sich seit vielen Jahren um das Nikolaus-Brauchtum in Freckenhorst verdient machen. Neben den Aktiven begrüßte er zahlreiche Ehrengäste. Darunter Bürgermeister Peter Horstmann, der sich in seinem Grußwort noch gut an den Nikolausbesuch in seiner Kindheit erinnerte: „Der Nikolaus war immer fürchterlich gut informiert“, bekannte er Herzklopfen beim Besuch des Heiligen gehabt zu haben.

Zum Jubiläum hatte der Bürgermeister jedoch ein süßes Geschenk dabei und überreichte eine Nikolaustorte an das Collegium. Mit Humor tauschten Bürgermeister und Moderator Martin Richter kleine politische Seitenhiebe aus, zeigten sich dann aber – ganz im Geist des Nikolaus – versöhnlich, als Martin Richter Peter Horstmann einlud, ihn im nächsten Jahr als Ruprecht beim Nikolausabend zu begleiten.

„Die, die das Brauchtum erhalten haben, waren die Frauen“, blickte Friedel Rose, einst erster Primas des Collegiums in einer kurzen Gesprächsrunde auf die 75 Jahre zurück. Dem stimmte August Weiser, der den Titel „Geheimer Rat“ tragen darf, zu und beleuchtete die Veränderungen der vergangenen 75 Jahre. So sei die Rolle des Ruprechts, hin zum guten Helfer des Nikolaus, verbessert worden.

Neu-Nikolaus Jascha Stammkötter freute sich auf seinen ersten Einsatz: „Oft war es so, dass man vom Nikolaus bestärkt wurde“, erinnert er sich an seine Kindheit. Auch Schminkdame Pia Sternberg, die seit neun Jahren den Ruprechten zu ihrem Outfit verhilft, erinnerte sich an die Nervosität in ihrer Kindheit.

Eine kleine Ausstellung am Rande des Festaktes gab Einblick in die Geschichte des Brauchtums und Gelegenheit zum Stöbern und zum Austausch.

Eine kleine Ausstellung am Rande des Festaktes gab Einblick in die Geschichte des Brauchtums und Gelegenheit zum Stöbern und zum Austausch.
Festakt im Saal des Stiftshofs Dühlmann.
Glückwünsche der befreundeten Nikolaus-Gilde aus dem Bayrischen Hauzenberg überbrachte Otto Obermeier den Freckenhorster Nikolas-Kollegen.

Nikolaus-Collegium besteht seit 75 Jahren

Herzlichkeit der Kinder spüren

Aus “Westfälische Nachrichten” 03.12.2022

Ob „alter Hase“ oder neu dabei: Thomas Helmer, Jascha Stammkötter und August Weiser blicken dem Nikolausabend gespannt entgegen. (Andreas Engbert)

Von Andreas Engbert

FRECKENHORST „Die katholische Jugend Freckenhorsts hatte es sich in diesem Jahr zur Aufgabe gemacht, gegen das Unwesen der vielen ?Sünne Klöskes? anzugehen“, berichteten die Westfälischen Nachrichten im Dezember 1947 vom ersten offiziellen Nikolausabend mit persönlichen Besuchen in jeder Familie der Stiftsstadt. Die Anfänge des Nikolaus-Collegiums sind also genau 75 Jahre her – Grund zum Feiern, wie die Verantwortlichen des heute gut organisierten Brauchtums finden. Und auch, um auf die Geschichte und Gegenwart zu schauen.

Ein gut organisiertes Brauchtum

„Wenn ich als Nikolaus losgehe, dann bin ich der Nikolaus!“ August Weiser muss es wissen. Seit fast 60 Jahren spielt er nicht, nein er verkörpert den einstigen Bischof von Myra, der seit vielen Jahrhunderten als Heiliger und Helfer der Kinder verehrt wird. Damit ist Weiser ein echtes Urgestein im Freckenhorster Nikolaus-Collegium. Im Pressegespräch zum anstehenden Jubiläum erinnert er sich an sein erstes Jahr als Ruprecht und die darauffolgenden Jahre als Nikolaus. Vieles habe sich seit dem verändert: „Die Nikolause müssen nicht mehr unter den Tischtüchern, die als Gewänder dienten, frieren“, erinnert er sich lachend an das Nikolaus-Outfit vergangener Jahre, das mit Pappmitren und Dichtungshanf-Bart nicht mehr mit den heutigen, professionell geschneiderten Gewändern zu vergleichen sei. Auf die Frage, was das Beste am Nikolausdasein ist, hat er schnell eine Antwort: „Die Herzlichkeit der Kinder zu spüren“, sagt er und spricht von einprägsamen Begegnungen, die man selbst erleben müsse.

Diese Erfahrungen kann Jascha Stammkötter, nach einigen Jahren als Ruprecht, in diesem Jahr erstmalig als Nikolaus selbst machen: „Es ist der Perspektivwechsel, der die Spannung ausmacht; dass man nicht mehr als stiller Beobachter diese Situation wahrnimmt“, freut sich der Neu-Nikolaus schon auf den 5. Dezember. Und er gesteht, ob der neuen Verantwortung schon etwas nervös zu sein. „Die Spannung muss immer da sein“, springt der erfahrene Nikolaus August Weiser dem neuen Kollegen zur Seite: „Jedes Jahr ist anders, jede Familie erwartet dich anders.“

Anders wird der Nikolausabend auch für Thomas Helmer werden, der als dreifacher Vater und langjähriger Fahrer eines Nikolausgespanns schon oft mit dabei war. Der Schwiegervater von Neu-Nikolaus Jascha Stammkötter wird in diesem Jahr erstmalig als Jung-Ruprecht in die Rolle des treuen Nikolausbegleiters schlüpfen. So könne er nicht nur etwas von dem zurückgeben, was seine Kinder vom Nikolaus-Collegium bekommen hätten, sondern auch selbst erleben, was die von ihm sonst begleiteten Nikolausgespanne aus den Familien berichtet haben: „Ich bin schon gespannt, wie die Kinder auf den Ruprecht reagieren.“

Vieles habe sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert – nicht nur der Look des heiligen Mannes. „In den ersten Jahren waren die Tüten sparsamer“, erinnert sich August Weiser an von den Müttern gebackene Plätzchen und Äpfel. Heute gebe es zur Tüte nicht selten zusätzlich größere Geschenke von den Familien. Insgesamt seien die Besuche heute besser vorbereitet und das Brauchtum organisierter. Vor drei Jahren wurde sogar eine aufwändig erstellte, feierliche Vortragefahne angeschafft, die zu feierlichen Anlässen wie Krüßing, aber auch zu Beerdigungen aktiver Mitglieder zum Einsatz kommt.

Weibliche Ruprechte sind inzwischen nicht mehr wegzudenken. Einen weiblichen Nikolause habe es mit Maria Stammkötter, der Oma von Jascha Stammkötter, nur in einem Jahr aus spontaner Personalnot gegeben. Die Kinder hätten ihr aber die trotz Bart die männliche Rolle nicht abgenommen und so blieb es bei diesem einmaligen Versuch.

Ganz bewusst wolle man kein „pompöses Jubiläum“ feiern, sondern sich auch in diesem Jahr auf den Haupttag des Nikolausbrauchtums, den Vorabend des Nikolausfestes, konzentrieren: „Der fünfte Dezember ist unser Kerngeschäft“, macht der Primas des Nikolas-Collegiums, Richard Poppenborg, deutlich. Deshalb habe man auch auf eine Chronik verzichtet und sich stattdessen eine besondere Überraschung für die vom Nikolaus besuchten Kinder einfallen lassen.

Ganz ohne Feier lassen die Nikolause, Ruprechte und ihre Helfer das Jubiläum dann aber doch nicht verstreichen. Am 4. Dezember (Sonntag) wird um 10.30 Uhr in der Stiftskirche ein Festgottesdienst gefeiert, bevor es für die Mitglieder und geladene Gäste zu einem kurzweiligen Festakt mit kurzem Rückblick und einer kleinen Ausstellung zur Geschichte des Nikolaus-Collegiums sowie Gelegenheit zur Begegnung in den Stiftshof Dühlmann geht.

Nach dem Empfang auf dem Kirchplatz begleitete die stellvertretende Bürgermeisterin Doris Schröer den Nikolaus auf seiner Kutschfahrt 1997. (Nikolauskollegium)
Mit einem Bart aus Dichtungshanf besuchte der Heilige Nikolaus (hier der erste Primas Friedel Rose) in den Anfängen des Nikolaus-Collegiums die Freckenhorster Kinder. (Nikolaus-Collegium)
In den 70er Jahren trug der Nikolaus hochwertigere Gewänder – Friedel Rose hier als Nikolaus bei Heckmanns

Nach zwei Jahren Pause
Nikolause besuchen Montag 607 Kinder in Freckenhorst

In den 1970er Jahren: Die Kinder erwarten fast „ehrfürchtig“ den Nikolaus und seine Gaben. (Nikolauskollegium)

en FRECKENHORST Nach zwei Jahren ohne persönlichen Nikolaus-Besuch in den Familien, freuen sich sicherlich nicht nur aktiven des Nikolaus-Collegiums auf den Vorabend des Nikolausfestes. Vor allem die Kinder dürften den 5. Dezember (Montag) sehnlich erwarten.

Statt wie zunächst angekündigt 14 Uhr wird der Nikolaus mit seinem Begleiter Knecht Ruprecht erst um 15 Uhr auf dem Kirchplatz zum großen Empfang erwartet. Anschließend fährt „der Heilige“ mit der Kutsche durch Freckenhorst und nimmt dabei folgenden Weg: Stiftsmarkt, Westkirchener Straße, Nordfeld, Zur Hauptschule, Buddenbaumstraße, Peter-Stoffels-Straße, Berliner Straße, Ahmerkamp, Kleistraße, Hoetmarer Straße.

Ab 16.30 Uhr werden dann 37 Nikolaus-Gespanne mit den Helferinnen und Helfern der Nachbargemeinschaften alle Freckenhorster Kinder zwischen zwei und acht Jahren zu Hause persönlich besuchen.

„In diesem Jahr sind das 607 Freckenhorster Kinder“, hat Nikolaus-Primas Richard Poppenborg nachgezählt.

Hinzu kommen obendrein auch noch Geschwisterkinder, für die Gasttüten bei den Nachbargemeinschaften bestellt werden konnten. Tüten für Gastkinder konnten in diesem Jahr noch nicht bestellt werden.

Das Brauchtum lebt weiter in der Stiftsstadt

Aus “Die Glocke” 02.12.2022

Freckenhorst (bjo). 75 Jahre besteht das Nikolaus-Collegium der Stiftsstadt Freckenhorst in diesem Jahr. Ihr Jubiläum wollen die Nikolause besonders mit denen feiern, die seit einem dreiviertel Jahrhundert im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen: den Kindern.
Deshalb wird sich in der Nikolaus-Tüte, die die 35 Nikolause und Ruprechte am Abend des 5. Dezember bei den Besuchen in den Familien überreichen werden, auch eine besondere Überraschung finden. Was genau das ist, verrät Nikolaus-Primas Richard Poppenborg im Vorfeld der Besuche nicht. Allerdings freut er sich genau wie die übrigen Vereinsmitglieder darauf, den Nikolaus nach zweijähriger Corona-Zwangspause zusammen mit möglichst vielen Kinder in Freckenhorst zu begrüßen. Der Nikolaus-Empfang beginnt in diesem Jahr um 15 Uhr an der von Boeselagerschen Kurie auf dem Kirchplatz. Anschließend werden Nikolaus und Ruprecht mit der Kutsche über Westkirchener Straße, Nordfeld, Zur Hauptschule, Buddenbaumstraße, Peter-Stoffels-Straße, Berliner Straße, Ahmerkamp und Kleistraße durch die Nachbargemeinschaften Klüngelend und Spille fahren. Ab 16.30 Uhr beginnen dann die Besuche in den Familien. 607 Freckenhorster Kinder im Alter zwischen zwei und acht Jahren sowie einige Geschwisterkinder dürfen sich auf den Besuch des Nikolauses freuen. Gastkinder von außerhalb Freckenhorsts stehen in diesem Jahr nicht auf der Besuchsliste. „Wir müssen erst einmal wieder laufen lernen“, begründet Primas Richard Poppenborg diese Entscheidung. Nichtsdestotrotz freue man sich ungemein darüber, dass die Nikolausbesuche in den Freckenhorster Familien wieder möglich sein werden. „Die Wintersynode mit der Diözesenvergabe war stark besucht“, sagt Poppenborg. Man habe alle Diözesen besetzen können – auch weil einige Nikolause aus der Familienpause in den aktiven Dienst zurückgekehrt sind und so mancher Ruprecht in diesem Jahr zum ersten Mal im Einsatz sein wird.
„Das Nikolaus-Brauchtum lebt in Freckenhorst“, freut sich der Primas schon auf den Nikolausabend und die Besuche bei den Kindern. Finanziert werden können die Nikolaus-Tüten übrigens aus den Erträgen der Nikolaus-Stiftung. Deren Kapitalstock auszubauen und das Nikolaus-Brauchtum in Freckenhorst damit auch zukünftig auf ein finanziell sicheres Fundament zu stellen, bleibt eine der Zukunftsaufgaben, weiß Nikolaus-Patriarch August Weiser. „Das ehrenamtliche Engagement ist da“, ist auch der altgediente Nikolaus stolz darauf, dass das Collegium die zweijährige Zwangspause unbeschadet überstanden hat.

Mit der Kutsche wird der Nikolaus auch in diesem Jahr am Abend des 5. Dezember durch die Straßen der Stiftsstadt fahren und die Kinder besuchen.
Schon früher waren Nikolaus und Ruprecht gern gesehene Gäste in den Wohnzimmern.
Dicht umringt von Kindern ist der Nikolaus beim Empfang an der von Boeselagerschen Kurie.

Geheimer Rat: „Man spürt die Herzlichkeit der Kinder“

Freckenhorst (bjo). Das 75-jährige Bestehen des Nikolaus-Collegiums, das 1947 vom damaligen Freckenhorster Vikar und späteren Bischof von Münster, Heinrich Tenhumberg, ins Leben gerufen worden war, eignet sich natürlich auch zu einem Blick in die Geschichte. „Früher war vieles anders“, weiß Geheimer Rat August Weiser, der schon seit über fünf Jahrzehnten den Nikolaus bei Besuchen in Freckenhorster Familien verkörpert. Hauptsächlich Obst und selbstgebackene Plätzchen seien in den Anfangsjahren in den Nikolaustüten gewesen, erinnert er sich. Mitunter seien gerade die Neubürger der Stiftsstadt auch vom Nikolausbesuch überrascht worden, denkt Weiser an Situationen, bei denen auch die Eltern der zu besuchenden Kinder schon im Schlafanzug angetroffen wurden. Heute seien die Nikolausbesuche manchmal fast ein kleines Weihnachtsfest – gerade dann, wenn nicht vor Ort lebende Verwandte eigens dazu nach Freckenhorst kämen und Geschenke für die Kinder mitbrächten, die der Nikolaus dann überreiche.
Eines aber habe sich in all den Jahren nicht verändert, hat August Weiser beobachtet: „Man bekommt die Herzlichkeit der Kinder zu spüren.“ Deshalb sei auch die Vorbereitung auf die Besuche in den Familien wichtig. „Wenn ich als Nikolaus losgehe, bin ich der Nikolaus“, weiß August Weiser. Einfach die Mitra aufzusetzen und loszutigern, reiche nicht, ist der Geheime Rat des Nikolaus-Collegiums überzeugt. Auch deshalb sind Blitz-Karrieren wie seine heute im Collegium nicht mehr möglich. „Ich bin ein Jahr als Ruprecht unterwegs gewesen und dann schon als Nikolaus“, blickt August Weiser zurück. Heute kann man mit 16 als Ruprecht starten und frühestens drei Jahre später Nikolaus werden.

Über Generationen sind die Freckenhorster im Nikolaus-Brauchtum verwurzelt: (v. l.) Thomas Helmer startet in diesem Jahr als Ruprecht, seine Schwiegersohn Jascha Stammkötter wird erstmals als Nikolaus unterwegs sein und August Weiser ist schon seit mehr als fünf Jahrzehnten dabei. Fotos (3): Baumjohann

Ehrenamtliches Engagement reicht über Generationen

Freckenhorst (bjo). Der Einstieg ins Nikolausbrauchtum ist aber auch noch viel später möglich. Das zeigt das Beispiel von Thomas Helmer. Der dreifache Vater wird nach Jahren als Nikolaus-Fahrer in diesem Jahr erstmals als Ruprecht unterwegs sein. „Ich möchte etwas zurückgeben“, nennt er seine Motivation, das Brauchtum ehrenamtlich zu unterstützen. Er freut sich schon darauf, die Reaktionen der Kinder und Familien auf den Besuch von Nikolaus und Ruprecht nicht nur in Erzählungen, sondern hautnah zu erleben.
Erfahrungen, die sein Schwiegersohn Jascha Stammkötter schon gesammelt hat. In diesem Jahr wird er zum ersten Mal als Nikolaus unterwegs sein. „Ich bin schon nervös“, bekennt der Neu-Nikolaus und weiß darum, jetzt erstmals für die Gestaltung der Nikolaus-Besuche in den Familien verantwortlich und nicht mehr nur stiller Beobachter zu sein. Eine Nervosität, die sich legen wird. „Jeder Nikolaus ist am Nikolaus-Abend nervös“, weiß der stellvertretende Collegiums-Geschäftsführer Stefan Altefrohne. Und Primas Richard Poppenborg weiß von ganz unterschiedlichen Ritualen zu berichten, mit denen sich die Nikolause beim Umziehen im Stiftshof Dühlmann auf die Besuche in den Familien vorbereiten.
Bei aller Tradition, die das Nikolaus-Brauchtum und das Nikolaus-Collegium in der Stiftsstadt haben, verschließen die Verantwortlichen nicht die Augen vor der Zukunft. „Nachwuchsgewinnung ist wichtig“, freuen sich alle unisono darüber, dass auch in diesem Jahr einige Ruprechte zum ersten Mal mit von der Partie sein werden. Als Ruprechte sind selbstverständlich auch Frauen willkommen, lediglich die Nikolaus-Rolle bleibt den Männern vorbehalten.
Und das aus gutem Grund. „Mit Maria Stammkötter, der Oma von Jascha, gab es mal einen weiblichen Nikolaus“, erzählt August Weiser. Die leidenschaftliche Theaterspielerin sei kurzfristig eingesprungen, als eine Diözese unbesetzt zu bleiben drohte. Eine Erfahrung, auf die Maria Stammkötter im Nachhinein trotz allem schauspielerischen Talent gerne verzichtet hätte. „Kein Kind hat mir abgenommen, dass ich ein Mann bin“, hatte sie August Weiser nach der Rückkehr in den Stiftshof berichtet und versichert: „Nie wieder!“

Prächtige Fahne neu gestaltet

Freckenhorst (bjo). Veränderungen hat es im Nikolaus-Brauchtum in Freckenhorst schon immer gegeben und wird es auch zukünftig geben. Manchmal sind das nur Kleinigkeiten, wie Nikolaus-Kardinal Rüdiger Braun mit Blick auf die vor wenigen Jahren anschaffte Vortragefahne des Nikolaus-Collegiums verdeutlicht.
Die prächtige Fahne ziert neben der Silhouette der Stiftskirche das Wappen des Collegiums ebenso wie die Namen der Freckenhorster Nachbargemeinschaften. Allerdings hat sich das Negerdorf mittlerweile in Weberdorf umbenannt und das Collegium so vor Herausforderungen gestellt. Die Fahne ändern? Nach Rücksprache mit Designer Roman Skarabis und dem Fahnenhersteller haben sich die Verantwortlichen dazu entschlossen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Auf der Fahne, die auch beim Nikolaus-Empfang am Montag um 15 Uhr auf dem Kirchplatz zu sehen sein soll, ist jetzt Weberdorf zu lesen. „Das ist gut gelungen“, freut sich Rüdiger Braun über das Ergebnis.
Neu für die Fahne ist auch das Freckenhorster Kreuz aus geschmiedetem Messing als Spitze der Tragestange. Ebenfalls neu wird in diesem Jahr das Erscheinungsbild des Ruprechts sein. Von der schwarzen Theaterschminke für den Helfer des Nikolauses hat sich das Collegium verabschiedet und kehrt zurück zu leichtem Ruß, wie es auch in früheren Jahren schon einmal üblich gewesen ist.

An die Veränderungen bei den Nachbargemeinschaften angepasst: Nikolaus-Kardinal Rüdiger Braun zeigt den Schriftzug Weberdorf, der auf der Fahne neu eingefügt wurde.