Nikolauscollegium findet Lösung für Blackfacing

Wie soll in Zukunft das Gesicht von Knecht Ruprecht bemalt werden? Mit dieser Frage hat sich das Collegium in Freckenhorst beschäftigt.

Aus “Die Glocke” 21.11.2022

Primas Richard Poppenborg (l.) und Obermuff Rainer Poppenborg (r.) mit den neuen Ruprechten, die mit rotem Schal und Jutesack ausgestattet wurden. Foto: Joe Rieder

Freckenhorst (jor). Schon der gut gefüllte Saal im Stiftshof Dühlmann ließ darauf schließen, dass die Mitglieder des Nikolauscollegiums optimistisch und zugleich froh sind, dass ihre Aktivitäten (beinahe) wieder so sein können, wie vor Beginn der Pandemie. Während dieser Zeit hatten sie sich weder gemeinsam treffen, noch in der besonderen Freckenhorster Art die Kinder besuchen können.

Drei Schwerpunkte beschäftigen die Mitglieder

Trotz der langen Lücke dauerte die Mitgliederversammlung nicht wesentlicher länger als angesetzt. Drei Punkte sind daraus hervorzuheben.

Zunächst eine klare Stellungnahme zum sogenannten Blackfacing, der schwarzen Gesichtsbemalung des Knecht Ruprecht, das auch in der anschließenden Wintersynode noch einmal Thema werden soll. Der Stellvertretende Geschäftsführer Stefan Altefrohne berichte, dass es im Internet Vorwürfe bezüglich der Videobotschaften gegeben habe, die wegen der ausgefallenen Kinderbesuche aufgenommen wurden.

Ein Freund vom Nikolaus

„Unser Ruprecht ist der Freund vom Nikolaus!“, stellte Altefrohne klar, dass am Nikolausabend alle Kinder von zwei bis acht Jahren besucht werden – völlig unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder Religion.

Als weiteres wurden bei den Wahlen der Vorsitzende Richard Poppenborg, Geschäftsführer Dieter Kral und der Stellvertretende Geschäftsführer Stefan Altefrohne jeweils einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Ebenfalls erwähnenswert ist die ungewöhnliche Diskussion über den jährlichen Mitgliedsbeitrag, der seit drei Jahren unverändert bei fünf Euro lag. Zum Vorschlag, diesen auf sechs Euro anzuheben gab es zahlreiche Einwände, die eine stärkere Anhebung forderten, sowie gegebenenfalls die Einführung von entsprechend höheren Familienbeiträgen. Am Ende einigte sich die Versammlung darauf, in diesem Jahr auf 7,50 Euro zu erhöhen, wobei unter anderem Azubis weiterhin beitragsfrei bleiben.

Gut so: In Freckenhorst lassen sich genug Nikolause und Knecht Ruprechte finden, die den Kindern eine Freude machen.

In der anschließenden Wintersynode wurden die Einzelheiten für die diesjährigen Kinderbesuche festgelegt, die von 37 Gespannen von Nikolaus, Ruprecht und Helfern absolviert werden. Mehrere neue Nikolause und sogar zwölf neue Ruprechte werden darunter sein.

Die Besuche sind vor den Türen oder mit Einlass möglich, darüber entscheidet das Sicherheitsbedürfnis der jeweiligen Familie. Geschwisterkinder – Tütenbestellungen waren bis gestern möglich – werden ebenfalls bedacht, Gastkinder in diesem Jahr noch nicht wieder.

Das Thema Blackfacing wurde ebenfalls wieder aufgegriffen. Der Vorsitzende Richard Poppenborg stellte einen neuen Weg dafür vor: Statt dunkelschwarzer Theaterschminke kommt nun Ruß zum Einsatz, sodass dieses eher schmutzige Gesicht des Ruprecht nicht mehr als Anmaßung interpretiert werden kann.

Ausblick auf das Jubiläum

Auch der Ausblick auf das 75-jährige Jubiläum des Nikolauscollegiums, das mit einem Festgottesdienst sowie einem Empfang am 4. Dezember gefeiert werden soll, durfte nicht fehlen.

Die Aktiven hatten bereits am Freitag die Gelegenheit, das aus diesem Anlass erstellte Bilderbuch in Augenschein zu nehmen, in dem Illustratorin Anne Mußenbrock mit heiteren und detailreichen Bildern den typischen Freckenhorster Nikolausabend festgehalten hat.

Spielzeug für zerstörten Kindergarten im Ahrtal

Aus “Die Glocke” 16.11.2022

Die Erzieherinnen Jacqueline Konz (l.) und Lena Nachtsheim (r.) freuten sich über die Spielzeugspende des Nikolaus-Collegiums, die (v. l.) Dieter Kral und Primas Richard Poppenborg persönlich überreichten

Spiele und Spielzeug überreichte (v. l.) Bernd Kieskemper an Anna Kral und Nikolaus-Geschäftsführer Dieter Kral.

Freckenhorst (gl). Große Freude über ein etwas verfrühtes Nikolaus-Geschenk: Mit einem ganzen Kofferraum voller Spielzeug und Spielsachen sind Richard Poppenborg, Primas des Freckenhorster Nikolaus-Collegiums, und Dieter Kral, Geschäftsführer des Vereins, im Ahrtal gewesen, um einen Kindergarten, der im Sommer 2021 von der Flut zerstört wurde, zu unterstützen.

Die Einrichtung, das Blandine-Merten-Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler, ist vorerst in einem aus Containern zusammengebauten Gebäude in einem Industriegebiet unweit der Stadt untergekommen. Da die gebrauchten Container auch schon zuvor an anderer Stelle einen Kindergarten beherbergten, ist die Struktur passend, wenn auch etwas beengt. „Wir betreuen rund 130 Kinder“, berichten die beiden Erzieherinnen Lena Nachtsheim und Jacqueline Konz beim Rundgang durch das temporäre Domizil mit dem Besuch aus Freckenhorst. Neben den Containern ist auf einem großen Grundstück sogar ein Spielplatz entstanden.

Viel Unterstützung habe der Kindergarten vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach der Flut erhalten, berichteten die beiden Erzieherinnen. Die große Spielzeugspende aus der Stiftsstadt kam daher zu dieser Zeit genau richtig, denn nachdem sich das Leben in der Kindertageseinrichtung eingespielt hat, wussten die Erzieherinnen und Erzieher genau, was in ihren Gruppen noch benötigt wurde. „Da werden sich die Kinder freuen“, waren die beiden Erzieherinnen beim Auspacken der großen Kisten überzeugt. In den Boxen waren unter anderem Spiele für junge und größere Kinder, Puppen, Autos und Toni-Figuren, die Geschichten erzählen können.

Angeschafft wurde das Spielzeug mit Mitteln aus der Kasse des Nikolaus-Collegiums, das durch günstige Konditionen und gespendete Ware von Spielwaren Kieskemper in Freckenhorst unterstützt wurde.

Nikolaus-Collegium überreicht Spende 

Spiele für Kindertagesstätte im Ahrtal

Aus “Westfälische Nachrichten” 14.11.2022

Die Menschen im Ahrtal benötigen immer noch Hilfe beim Wiederaufbau. Das wissen die Mitglieder des Nikolaus-Collegiums Freckenhorst und nahmen Kontakt zu einer betroffenen Kita auf. 

Die Erzieherinnen Jacqueline Konz (l.) und Lena Nachtsheim vom Blandine-Merten-Haus in Ahrweiler freuten sich über die Spielzeugspende des Nikolaus-Collegiums, die Primas Richard Poppenborg (r.) und Geschäftsführer Dieter Kral überreichten. Foto: Andreas Engbert

Große Freude über ein etwas früheres Nikolaus-Geschenk: mit einem ganzen Kofferraum voll Spielzeug und Spielsachen sind Richard Poppenborg, Primas des Freckenhorster Nikolaus-Collegiums, und Dieter Kral, Geschäftsführer des Vereins, im Ahrtal gewesen, um einen Kindergarten, der im Sommer 2021 von der Flut zerstört wurde, zu unterstützen. 

Die Einrichtung, das Blandine-Merten-Haus in Bad Neuenahr-Ahrweiler, ist vorerst in einem aus Containern zusammengebauten Gebäude in einem Industriegebiet unweit der Stadt untergekommen. Da die gebrauchten Container auch schon zuvor an anderer Stelle bereits einen Kindergarten beherbergten, ist die Struktur passend, wenn auch etwas beengt: „Wir betreuen rund 130 Kinder“, berichten die beiden Erzieherinnen Lena Nachtsheim und Jacqueline Konz beim Rundgang durch das temporäre Domizil mit dem Besuch aus Freckenhorst. 

Genau der richtige Zeitpunkt

Neben den Containern ist auf einem großen Grundstück sogar ein Spielplatz entstanden. Viel Unterstützung habe der Kindergarten vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach der Flut erhalten, berichteten die beiden Erzieherinnen. Die große Spielzeugspende aus der Stiftsstadt kam daher zu dieser Zeit genau recht, denn nachdem sich das Leben in der Kindertageseinrichtung eingespielt hat, wussten die Erzieherinnen und Erzieher genau, was in ihren Gruppen noch benötigt wurde. „Da werden sich die Kinder am Montag freuen“, waren die beiden Erzieherinnen beim Auspacken der großen Kisten überzeugt. In den Kisten waren unter anderem Spiele für junge und größere Kinder, Puppen, Autos oder Toni-Figuren, die Geschichten erzählen können. 

Angeschafft wurde das Spielzeug mit Mitteln aus der Kasse des Nikolaus-Collegiums, das durch günstige Konditionen und gespendete Ware durch Spielwaren Kieskemper unterstützt wurde.

Nikolaus-Collegium feiert das 75-jährige Bestehen

Der spätere Bischof Heinrich Tenhumberg hat das bis heute bestehende Nikolaus-Brauchtum in Freckenhorst begründet. Ein Jubiläum steht an.


Geschäftsführer Dieter Kral (rechts) betonte, es sei wichtig, das Nikolaus-Brauchtum zu pflegen. Foto: Baumjohann

Freckenhorst (bjo). 75 Jahre wird das Nikolaus-Collegium Freckenhorst in diesem Jahr. Der größte Jubiläumswunsch der Nikolause und Ruprechte, die sich jetzt zum Sommerkonzil trafen, ist klar: Sie wollen in diesem Jahr endlich wieder die Freckenhorster Kinder besuchen.
In den vergangenen zwei Jahren hatten die Familienbesuche wegen der Corona-Pandemie ausfallen müssen, auch wenn die Nikolaus-Bescherung selbst durch das Abstellen der Nikolaustüten vor den Haustüren hatte stattfinden können. „Es war wichtig, dass wir das Nikolaus-Brauchtum auch in den vergangenen zwei Jahren, in denen wir nicht bei den Kindern sein konnten, hochgehalten und weitergetragen haben“, blickte Geschäftsführer Dieter Kral in Vertretung von Primas Richard Poppenborg auf die schwierige Zeit zurück. Darüber hinaus gelte es, den Nikolaus-Gedanken auch in Zukunft lebendig zu halten, betonte Kral. Er verwies darauf, dass im Zuge der Fahrt nach Hauzenberg und zur dortigen Nikolausgilde fünf neue Vereinsmitglieder gefunden werden konnten. Die nächste Fahrt nach Hauzenberg und Niederbayern ist übrigens schon geplant und soll vom 29. Mai bis zum 2. Juni 2024 stattfinden, wie Organisator Karl Ertl betonte.
Im Mittelpunkt der Sommersynode stand die Vorausschau auf die Jubiläumsaktivitäten. So will das Collegium eine Jubiläumskerze auflegen. Zudem ist am 4. Dezember eine Festmesse mit Empfang geplant, bevor tags darauf wieder die traditionelle Nikolaus-Bescherung der Freckenhorster Kinder stattfinden soll.
„Die Finanzierung der Nikolaus-Tüten ist auch in diesem Jahr gesichert“, machte Thomas Dinkela mit Blick auf die Erträge aus der 2009 ins Leben gerufenen Nikolaus-Stiftung deutlich. Um künftig nicht nur die Nikolaus-Tüten zu finanzieren, sondern auch andere Bereiche der Kinder- und Jugendarbeit unterstützen zu können hofft Dinkela darauf, das Stiftungskapital (aktuell knapp 100 000 Euro) weiter aufstocken zu können: „Wir haben über die Jahre schon 30 000 Euro an Erträgen ausgeschüttet.“

Glocke 17.82022

Sommerkonzil des Nikolaus-Collegiums Freckenhorst

75. Geburtstag wird gefeiert

Freckenhorst. Das Nikolaus-Collegium wird in diesem Jahr 75 Jahre alt. Das Jubiläum soll im Dezember gefeiert werden – kurz bevor die Nikoläuse wieder aufbrechen wollen, um die Kinder und ihre Eltern zu besuchen.

Von Andreas Engbert


Vereinsgeschäftsführer Dieter Kral begrüßte knapp 80 Mitglieder des Nikolaus-Collegiums zum Sommerkonzil am Schloss.
Foto: Andreas Engbert

Was macht der Nikolaus eigentlich im Hochsommer? So genau lässt sich diese Frage kaum beantworten. Wohl aber die, was die Mitglieder des Nikolaus-Collegiums in Freckenhorst im Sommer machen: Sie halten ihr Sommerkonzil ab. Zu einem lockeren Beisammensein am Freckenhorster Schloss Westerholt trafen sich nun rund 80 Nikolause, Ruprechte und Helfer.

Und sie hatten Grund zu feiern: 75 Jahre alt wird das Collegium in diesem Jahr nämlich. „Das haben wir uns verdient“, freute sich Vorstandsmitglied Dieter Kral, dass die anwesenden Aktivposten den gemütlichen Abend gemeinsam verbrachten. „Es ist wichtig, dass wir dieses Ehrenamt hochhalten und weitertragen“, hoffte er, dass die Nikolause im Dezember endlich wieder alle Kinder besuchen können und die Mitglieder vielleicht noch das eine oder andere Neumitglied werben.

Anfangs mit Tischdecke und Papp-Mitra unterwegs

Auf die Anfänge des Collegiums, das das Nikolaus-Brauchtum in geordnete Bahnen lenken wollte, blickte August Weiser zurück: „Das waren wilde Horden, die da seinerzeit durch Freckenhorst gezogen sind.“ Die ersten „ordentlichen“ Nikolause zogen dann noch mit Tischdecken der Schwestern aus dem Krankenhaus als Gewand und Mitren aus Pappe durch die Straßen. Nach und nach hätten sich auch die Nachbargemeinschaften dem Collegiumsbrauchtum angeschlossen: „Wir Nikoläuse waren dann auch immer zu den Karnevalsfesten eingeladen“, erinnerte sich Weiser.

Vor einigen Jahren wurde dann zunächst ein Verein und später eine Stiftung für das Collegium gegründet. Ein Dreiklang, der sich bewährt habe: „Das ist das beste Fundament für das Nikolauswesen.“

Über 20 000 Euro habe die Stiftung inzwischen für das Nikolauswesen ausgeschüttet, informierte Thomas Dinkela die Anwesenden. Hinzu kommen noch weitere Summen, die Kindern außerhalb des Nikolausbrauchtums zugutekämen, etwa in den Kindertagesstätten. Mit einem von der Flut des vergangenen Jahres betroffenen Kindergarten im Ahrtal habe man inzwischen Kontakt aufgenommen, um dort in Kürze eine größere Spende benötigter Spielzeuge zu übergeben.

Höhepunkt am 5. Dezember geplant

Höhepunkt in diesem Jahres soll, sofern möglich, wieder der Vorabend des Nikolaustags werden: Am 5. Dezember (Montag) möchten die Nikolause wieder allen Kindern in Freckenhorst einen Besuch abstatten. Das Jubiläum des Collegiums wird einen Tag zuvor, am 4. Dezember (Sonntag), gefeiert. Hierzu wird der Verein unter anderem eine eigene Kerze auflegen. Zur Vorbereitung auf diese Tage treffen sich die Aktiven am 18. November (Freitag) zur Wintersynode.

Nach der erfolgreichen Vereinsfahrt nach Bayern in diesem Jahr plant das Nikolaus-Collegium schon wieder den nächsten Besuch bei der befreundeten Nikolaus-Gilde in Hauzenberg vom 29. Mai bis zum 2. Juni 2024.

Westfälische Nachrichten, 16.08.2022

Nikolaus kommt in Freckenhorst nicht über die Schwelle

Aus “Die Glocke” vom 28.11.2021

Die Kinder in Freckenhorst müssen auf den traditionellen Hausbesuch des Nikolauses verzichten. Die Tüten werden vor die Haustüren gelegt.

Auch diesmal kommt in Freckenhorst der Nikolaus. Hausbesuche wird er aber nicht machen.

Freckenhorst (gl) – Schweren Herzens haben Vorstand und Konsistorium des Nikolaus-Collegiums entschieden, dass aufgrund der Pandemie-Entwicklung auch in diesem Jahr ein persönlicher Besuch von Nikolaus und Ruprecht in den Familien nicht stattfinden kann. Die Gesundheit sowohl der Kinder und ihrer Familien wie auch aller anderen Beteiligten sei oberstes Gebot in dieser schweren Zeit.

Trotzdem kleine Freude

Trotzdem will das Nikolaus-Collegium den Kindern eine kleine Freude bereiten. So werden auch in diesem Jahr am Spätnachmittag des Nikolausabends (Sonntag) wieder allen Freckenhorster Kindern im Alter zwischen zwei und acht Jahren die bunte knisternde Tüte vor die Tür gelegt. Hierbei wird das Nikolaus-Collegium einmal mehr tatkräftig durch die Helferinnen und Helfer aus den Nachbargemeinschaften unterstützt. 

Kerze ins Fenster

Hilfreich ist wieder immer das Aufstellen einer Kerze oder ein kleines Lichtes im Fenster oder in der Einfahrt. Der Nikolaus und sein Begleiter Knecht Ruprecht werden auch dieses Jahr wieder durch die Straßen der Stiftsstadt fahren. Die Kutschfahrt beginnt um 14 Uhr, die Route wird ähnlich sein wie im vergangenen Jahr. So haben die Kinder und ihre Familien wieder die Gelegenheit, dem Nikolaus zuzuwinken.

Video-Botschaft

Darüber hinaus wird sich der Nikolaus mit einer Video-Botschaft an die Öffentlichkeit wenden. Die Veröffentlichung erfolgt ebenfalls am Nikolausabend nachmittags auf der Homepage www.nikolaus-collegium.de

Geld geht nach Milte, Freckenhorst und Hoetmar

Aus “Die Glocke” vom 28.08.2021

Milte/Warendorf (ems). Den ersten, mit 2500 Euro dotierten Platz belegte die Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr in Milte. Sie wurde für die Errichtung und Unterhaltung des sogenannten Uhlenpatts ausgezeichnet. In und um Milte legte die Gruppe im Jahr 2008 einen naturnahen Rundwanderweg von insgesamt dreieinhalb Kilometern Länge an. Vergessene Wege wurden neu entdeckt, freigelegt und Verbindungen geschaffen. Sitzbänke laden zum Verweilen ein.

In den Folgejahren wurde an dem Weg eine Apfelwiese mit heimischen Apfelsorten gepflanzt. Ebenso wurde der Weg durch das Aufstellen von Infotafeln zu einem Lehrpfad erweitert.

Mit dem zweiten Preis, dotiert mit 1500 Euro, wurde die Dorfwerkstatt Hoetmar gewürdigt. Sie bewarb sich gleich mit einem vielfältigen Portfolio an ehrenamtlicher Aktivität. Vor allem überzeugte die Jury die unter dem Motto „Wir alle sind Hoetmar“ stehenden Tätigkeit des Arbeitskreises „Integration“. Neben der umfassenden Unterstützung von Asylbewerbern im alltäglichen Leben stand der sogenannte Integrationsgarten im Fokus. In ihm wird gemeinsam Gemüse angebaut, gepflegt, geerntet und nicht selten anschließend auch gemeinsam zubereitet. „Ein sehr gelungenes Integrationsprojekt“, lobte Horstmann die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Der mit 1000 Euro dotierte dritte Preis ging an das Nikolaus-Collegium Freckenhorst. August Weiser und Vinzenz Hahner nahmen ihn als Vertreter für die insgesamt 150 Mitglieder entgegen. Am Nikolaustag bescheren zahlreiche Nikolause mit ihren jeweiligen Gehilfen alle Kinder zwischen zwei und acht Jahren, nicht nur in Freckenhorst, sondern auch im Weihnachtswäldchen Warendorf, mit einer kleinen Süßigkeit. „Diese einzigartige und außergewöhnliche Aktion fördert nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Ortsteil Freckenhorst, sondern festigt darüber hinaus eine seit vielen Jahren bestehende Tradition und trägt insbesondere bei jungen Menschen zu einer lebendigen und nachhaltig wirkenden Identifikation mit ihrer Heimat bei“, würdigte Horstmann die Arbeit in seiner Laudatio.

Finanziert wurden die Preisgelder vom Landesministerium für Heimat, das welches vor drei Jahren ein Landesförderprogramm zur Stärkung der Heimat in NRW angestoßen hat. Auch für den Heimatpreis Warendorf 2021 haben sich bereits zahlreiche Verbände und Vereine beworben. In den nächsten Wochen wird die Jury ihre Auswahl treffen und die Gewinner bekanntgegeben.

Neu Fahne feierlich geweiht

Aus “Die Glocke” vom 08.12.2020

Freckenhorst (bjo). Es ist „der größte Tag für die Fahne“, waren sich Pfarrdechant Manfred Krampe und Primas Richard Poppenborg einig. Ein Jahr nach der ersten öffentlichen Präsentation wurde die neue Fahne des Nikolaus-Collegiums am Sonntag in der Stiftskirche im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes geweiht.

Aus rotem Baumwolldamaststoff ist die Vortrage-Fahne gefertigt und mit goldenem Faden bestickt worden. Sie zeigt oben die Kirche als Dach, in der Mitte das Wappen des Nikolaus-Collegiums mit dem Freckenhorster Wappen vor der Mitra, dem Bischofsstab und dem dreifachen Vortragekreuz und unten die Namen der sieben Freckenhorster Nachbargemeinschaften als Basis des Nikolaus-Brauchtums in der Stiftsstadt. In den vier Fahnenecken ist das Bild des Freckenhorster Kreuzes zu sehen, das aus gehämmertem und poliertem Messing gefertigt auch die Fahnenspitze ziert. Selbstverständlich werde durch die Anschaffung der Fahne die eigentliche Aufgabe des Collegiums, nämlich die Bescherung der Freckenhorster Kinder am Vorabend des Nikolaustages, nicht belastet, dankte Poppenborg allen Spendern, mit deren Hilfe die Fahnenanschaffung möglich geworden war.

Am Festtag des heiligen Nikolaus hatte der Pfarrdechant im Gottesdienst auch das Leben des Seligen Adolph Kolping in den Blick genommen. Beide Männer hätten aus dem christlichen Glauben heraus ähnliches Engagement gezeigt. Da passt es ins Bild, dass es 1946 einige Männer aus der Kolpingsfamilie waren, die den damaligen Vikar Heinrich Tenhumberg bei seinem Anliegen unterstützten, das Nikolauswesen in Freckenhorst in geordnete Bahnen zu lenken und so den Grundstein für das Nikolaus-Collegium zu legen. Und so war es für die Kolpingsfamilie selbstverständlich, ein Fahnenband für die Fahne zu stiften, das den heiligen Nikolaus zeigt. Das zweite Fahnenband mit der Abbildung des Ruprecht steuerte die Familie Pues bei. Der Ruprecht sei rechte Hand und gleichberechtigter, getreuer Partner und Freund des Nikolaus, aber gleichzeitig auch Symbol für alle Unterstützer des Nikolaus-Collegiums, zeigte sich Thomas Pues überzeugt.

Mit der jetzt geweihten Fahne will das Nikolaus-Collegium zukünftig auch außerhalb der Nikolaus-Zeit in der Stiftsstadt Präsenz zeigen. Und im Miniaturformat könnte die Nikolaus-Fahne zukünftig noch öfter zu sehen sein, bekamen doch alle Gottesdienstteilnehmer am Kirchenausgang von Nikolaus-Dekan Uli Pöhler einen Pin mit dem Bild der Fahne überreicht.

Nikolaus-Tüte still an der Türschwelle platziert

Aus “Die Glocke” vom 07.12.2021

Freckenhorst (bjo). Fast wirkte es am Samstag, als wäre alles wie in jedem Jahr: Nikolaus-Dekan Uli Pöhler und sein Ruprecht (Katrin Pöhler) stiegen in die Nikolaus-Kutsche, um von Werner Fabisch durch die Straßen der Stiftsstadt gefahren und am Straßenrand von zahlreichen Kindern begrüßt zu werden.

Allerdings hatten die Kinder den Nikolaus zuvor nicht an der Boeselagerschen Kurie empfangen können, hatten dem heiligen Mann keine Bilder überreichen oder Gedichte vortragen können. Und auch bei der Kutschfahrt durch Freckenhorst galt es, Abstand zu halten. Vom Straßenrand sowieso, aber auch untereinander.

Der Nikolaustag in Freckenhorst stand im Zeichen der Corona-Pandemie, die abendlichen Besuche in den Familien hatte das Nikolaus-Collegium absagen müssen.

Ohne Nikolaus allerdings sollten die Kinder in der Stiftsstadt nicht bleiben, weshalb sich das Collegium zu der ausgedehnten Kutschfahrt durch Freckenhorst ebenso entschieden hatte wie zum Dreh eines Nikolaus-Videos, das auf der Homepage abrufbar ist.

Und auch die Nikolaus-Bescherung fiel nicht aus. Still und heimlich stellten zahlreiche Helfer der Freckenhorster Nachbargemeinschaften die prall gefüllten Nikolaus-Tüten in der Dämmerung des Samstagabends vor die Türen der Häuser – auch das in der Hoffnung, dass die Nikolaus-Bescherung im kommenden Jahr wieder mit den Besuchen in den Wohnzimmern der Kinder stattfinden kann.

Insgesamt rund 800 Tüten verteilten die Helfer der Nachbargemeinschaften dabei – vor allem an Freckenhorster Kinder zwischen zwei und acht Jahren, aber beispielsweise auch an die Bewohner der Lebenshilfe-Wohnstätte und andere soziale Organisationen. Tüten, die in Eigenregie befüllt worden waren.

Am Freitagabend waren einige Helfer der Nachbargemeinschaften zusammengekommen, um die Tüten in den Freckenhorster Werkstätten zu packen. Dass dabei Handschuhe getragen wurden und die Tüten nicht von Hand zu Hand wanderten, versteht sich von selbst. Stattdessen füllten die Aktiven die Nikolaus-Tüten im Rundlaufverfahren: Tüte nehmen und nach und nach mit Lebkuchen, Schokolade, Nikolaus-Figur und so mancher süßen Leckerei mehr füllen.

Ebenfalls in der Tüte Platz fand ein Foto des Nikolaus und seines Ruprechts – als kleiner Trost für den ausgefallenen persönlichen Besuch.

Nikolaus geht digitale Wege

Aus “Westfälische Nachrichten” vom 04.12.2020

Freckenhorst – In Freckenhorst geht der Nikolaus jetzt neue Wege. Er besucht die Kinder auf digitalem Weg. Neue Zeiten – neue Möglichkeiten. Von Andreas Engbert

Am Samstag ist Nikolausabend. Seit Generationen für viele Freckenhorster Kinder sicherlich einer der spannendsten Tage im Jahr: Denn sie bekommen persönlich Besuch vom Heiligen Nikolaus, der in der Stiftsstadt in den vergangenen Jahren durch 37 Nikolause samt Ruprecht aus dem Nikolaus-Collegium verkörpert wurde.

Doch dem Besuch des heiligen Mannes macht die Corona-Pandemie einen gehörigen Strich durch die Rechnung. „Dabei hat der Nikolaus den Kindern viel zu sagen – besonders natürlich zu Coronazeiten“, macht Richard Poppenborg , Primas des Nikolaus-Collegiums, keinen Hehl daraus, dass er und das für die Organisation des Collegiums verantwortliche Gremium, das Konsistorium, nur schweren Herzens auf das gewohnte Programm am Nikolausabend verzichten. Besonders in diesem Jahr müsse der Nikolaus für die Kinder da sein.

Am Samstag ist Nikolausabend. Seit Generationen für viele Freckenhorster Kinder sicherlich einer der spannendsten Tage im Jahr: Denn sie bekommen persönlich Besuch vom Heiligen Nikolaus, der in der Stiftsstadt in den vergangenen Jahren durch 37 Nikolause samt Ruprecht aus dem Nikolaus-Collegium verkörpert wurde.

Doch dem Besuch des heiligen Mannes macht die Corona-Pandemie einen gehörigen Strich durch die Rechnung. „Dabei hat der Nikolaus den Kindern viel zu sagen – besonders natürlich zu Coronazeiten“, macht Richard Poppenborg , Primas des Nikolaus-Collegiums, keinen Hehl daraus, dass er und das für die Organisation des Collegiums verantwortliche Gremium, das Konsistorium, nur schweren Herzens auf das gewohnte Programm am Nikolausabend verzichten. Besonders in diesem Jahr müsse der Nikolaus für die Kinder da sein.

Den traditionellen Empfang auf dem Kirchplatz könne es jedoch nicht geben. Normalerweise wird der Nikolaus am Nachmittag von offiziellen Vertretern und zahlreichen Kindern, die sich auf dem Platz drängen und schon erste Lieder und Gedichte vorbereitet haben, freudig begrüßt. Damit es nicht zu einem Gedränge kommt, geht der Nikolaus in diesem Jahr neue, digitale Wege. Auf der Homepage des Nikolaus-Collegiums wird der Empfang des Heiligen morgen ab 15 Uhr per Video übertragen. So kann der Nikolaus sich an alle Freckenhorster Kinder wenden. In Freckenhorst begrüßt werden der Nikolaus (im Video von Uli Pöhler verkörpert) und sein Ruprecht (Rainer Poppenborg) von Primas Richard Poppenborg, Pfarrdechant Manfred Krampe und Bürgermeister Peter Horstmann, der als Kind in Freckenhorst ebenfalls jährlich dem Besuch des Nikolaus entgegenfieberte. Ein wenig geschummelt hat der Heilige Mann dabei allerdings schon, denn aufgenommen wurde das Video unter Regie von Hendrik Rohling bereits am vergangenen Samstag in der Stiftskirche.

Zwischen 15 und 16 Uhr machen Nikolaus und Ruprecht sich dann mit der Kutsche auf den Weg durch die Stiftsstadt. Auch hier mussten sich die Verantwortlichen etwas einfallen lassen: „Nikolaus und Ruprecht sind aus einem Haushalt“, berichtet Vorstandsmitglied Stefan Altefrohne von den regelkonformen Planungen zur Kutschfahrt. Und er ruft die Kinder auf, der Kutsche von Zuhause aus zuzuwinken und sich nicht mit anderen Kindern zu treffen: „Wir fahren extra eine große Runde.“

Auf den persönlichen Besuch des Nikolaus müssen die Kinder in diesem Jahr aus Sicherheitsgründen verzichten. Auf ein Präsent des heiligen Mannes jedoch nicht. Zwischen 17 und 19 Uhr bringen Helfer der Nachbargemeinschaften Tüten zu allen Kindern. Die Geschenktüten werden vor die Türen gestellt, sodass die Eltern sie hereinholen und ihren Kindern das Nikolaus-Präsent überreichen können.